Start Allgemein Isringhaus: „Terminmangel für GKV-Patienten zeigt strukturelle Krise des Gesundheitssystems“

Isringhaus: „Terminmangel für GKV-Patienten zeigt strukturelle Krise des Gesundheitssystems“

0
414
Dr. Helmut Isringhaus (Foto: FDP Saar)
Dr. Helmut Isringhaus (Foto: FDP Saar)

Immer mehr gesetzlich Versicherte berichten, dass sie bei Fachärzten monatelang auf einen Termin warten müssen oder mit dem Hinweis „Wir nehmen keine neuen Patienten mehr auf“ abgewiesen werden. Für die FDP Saar ist diese Entwicklung ein deutliches Zeichen dafür, dass das System der gesetzlichen Krankenversicherung strukturelle Probleme hat.

Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP Saar, Helmut Isringhaus, erklärt: „Wenn gesetzlich Versicherte immer häufiger keinen Termin mehr bekommen, ist das kein Problem einzelner Praxen, sondern ein strukturelles Problem der gesetzlichen Krankenversicherung. Patienten dürfen im Gesundheitssystem nicht zu Bittstellern werden.“

Nach Auffassung der FDP Saar liegt ein zentraler Grund in der Vergütungsstruktur der GKV. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der gesetzlichen Versorgung führten zunehmend zu Engpässen bei der Terminvergabe. „Die private Krankenversicherung ist nicht das Problem. Sie stabilisiert mit ihren höheren Honoraren derzeit sogar Teile der ambulanten Versorgung und hält ein strukturell krankes System noch eine Zeit lang über Wasser.“

Zugleich sieht die FDP Saar erhebliche Fehlsteuerungen beim Zugang zur Versorgung. Viele Praxen seien mit Routinekontrollen, Wiederholungsuntersuchungen oder medizinisch zweifelhaften Indikationen ausgelastet, während Patienten mit tatsächlichem Behandlungsbedarf teilweise lange warten müssten.

„Unser System ist derzeit kaum in der Lage, dringende Behandlungsfälle von Routineuntersuchungen zu unterscheiden. Dadurch werden Termine blockiert, die eigentlich für behandlungsbedürftige Patienten benötigt werden.“

Isringhaus spricht sich dafür aus, Präventions- und Screeningangebote stärker zu nutzen, etwa auch in Apotheken. Entscheidend sei jedoch, dass Patienten mit auffälligen Befunden anschließend schnell Zugang zur ärztlichen Behandlung erhalten. „Wenn Apotheken Risikofaktoren wie Blutdruck, Blutzucker oder Blutfette messen, kann das sinnvoll sein. Voraussetzung ist aber, dass Risikopatienten danach auch tatsächlich zeitnah einen Termin beim Arzt bekommen.“

Für die FDP Saar ist klar: Die Terminprobleme lassen sich nicht durch einzelne Maßnahmen lösen. Notwendig sei eine grundlegende Reform der Versorgungs- und Vergütungsstruktur in der gesetzlichen Krankenversicherung. „Wir brauchen ein System, das medizinische Dringlichkeit besser erkennt, Ärzte für koordinierte Versorgung belohnt und die knappen Ressourcen dort einsetzt, wo sie wirklich gebraucht werden.“

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein